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Vom Weizenkorn bis zum Brot InnoBa initiierte 2004 ein Schulprojekt unter dem Titel vom "Weizenkorn bis zum Brot". Christine Pfeiffer, Schulleiterin der Heimvolksschule Franziskushaus, engagiert sich seitdem mit dem Landwirtschaftsmeister Alois Reitberger für die praktische Umsetzung. Mit der Franzlmaus als Maskottchen werden in regelmäßigen Abständen Informationen für die Schulen herausgegeben; die weitere Erarbeitung und Ausgestaltung des Projekts unterliegt ausschließlich den Lehrkräften der beteiligten Schulen. Landwirt
An diesem Projekt, das im Oktober 2004 mit der Aussaat des Altöttinger Landkorns begann, beteiligen sich etwa 180 Schüler dreier Schulen aus Altötting und Neuötting mit großer Begeisterung. Jedem Schüler steht eine 3qm große Parzelle zur Verfügung, um das Wachsen des Getreides bis zur Ernte zu beobachteten und die Weiterverarbeitung bis zum Verkauf beim heimischen Bäcker in unserer Region.
Mühle Im Rahmen des Projekts "vom Weizenkorn bis zum Brot" besuchten die bei der Aussaat beteiligten Kinder die Bruckmayer Mühle. Dabei erfuhren Sie wie das Korn zu Mehl verarbeitet wird.
Der kurze Weg vom Bauern bis zur heimischen Mühle garantiert Herkunft sowie eine bestmögliche Qualitätssicherung für Korn und Mehlprodukte vom Altöttinger Landkorn.
Der Weizen und seine Geschichte Die Altöttinger Landkorn Bauern organisierten zusammen mit den Lehrern der Max-Fellermeier-Volkschule Neuötting ein Projekt mit dem Ziel den beteiligten Schülern die Geschichte des Weizens näher zu bringen. Im Rahmen des Naturkundeunterrichts säten Schülereiner Klasse im Oktober verschiedene Weizensorten aus. Den Jugendlichen sollte dadurch ein nachhaltiger Eindruck über die Entwicklung des Getreides von seinen Ursprüngen als Einkorn bis zum heutigen Weizen verschafft werden.
Weizen und Gerste sind die beiden ältesten Kulturgetreidearten. Sie werden seit mindestens 8000 v. Chr. angebaut. Wildgetreidearten sind weit verbreitet, namentlich in den tropischen und subtropischen Hochländern Vorderasiens. Im Verlauf langer Zeiträume verwandelten sich durch planmäßigen Anbau die reinen Wildpflanzen allmählich zu Kulturpflanzen. Nur in wenigen Fällen sind ihre Ausgangsformen bekannt. Offensichtlich hat der Mensch sehr früh die Samenkörner mancher Wildgräser als wertvolle Nahrung schätzen gelernt und er versuchte durch die Aussaat in der Nähe seiner Behausung eine größere Ausbeute zu erzielen. Da einige Urformen des Weizens brüchige Ährenspindel hatten, zerfielen die Ähren zum größten Teil vor und während der Ernte, so dass viel Körner verloren gingen. Das bevorzugte Saatgut lieferten demnach Pflanzen mit fester Spindel, bei denen die Körner leichter geerntet und eingebracht werden konnten. Durch die Aussaat von Körnern aus den größten Ähren erzielte man wiederum großährige Pflanzen. So entstand durch fortgesetzte Auslese allmählich das "Kulturgetreide". Vom Weizen traten schon früh verschiedene Kulturformen auf. Das anspruchslose Einkorn war der Weizen der Pfahlbauern in der Steinzeit. Die Babylonier und Ägypter bauten den Emmer an. Heute wird vor allem der Saat oder Gemeine Weizen, der vom Spelt abstammt, kultiviert. Aus der Einkornreihe entstand auf dem Balkan wahrscheinlich die Kulturform Triticum monococcum, ein Spelzweizen mit Grannen, dessen Körner glasig und bisweilen rötlich gefärbt sind. Dieser Typus, der bereits den Trojanern als Nahrung diente, wurde noch bis zum zweiten Weltkrieg in Südwestdeutschland angebaut. Weitaus älter ist Triticum dicoccom aus der Emmer Reihe, eine Form die in vorgeschichtlicher Zeit in Westasien entstanden sein muß. Sie gelangte aus Mesopotamien schon um 5000 v.Chr. nach Ägypten. Von dort nahm sie ihren Weg über Nordafrika nach Spanien, Italien und wurde um 3000 v. Chr. auch in Mitteleuropa kultiviert. Sie war das wichtigste Getreide der Bronzezeit und ist heute fast verschwunden. Eine Nacktform der Emmerreihe, Triticum durum der sogenannte Hartweizen, ein Sommerweizen, wird hauptsächlich in Ägypten und in Vorderasien angebaut. Am Nordrand der Alpen wurden Kulturformen aus der Dinkelreihe gefunden, die aus der Eisenzeit stammen. In der Schweiz und in Süddeutschland war während der Bronzezeit ein bespelzter Weizen, Triticum spelta, ein sehr wichtiges Brotgetreide. Ihm ähnelt eine Wildform, die vor nicht langer Zeit in Persien entdeckt worden ist. Triticum Spelta ( Dinkel ) existiert heute noch auf den Äckern in Süddeutschland, besonders in Schwaben, in der Schweiz in den Ardennen in Spanien und Tirol. Dieser Weizen liefert ein gutes Mehl; er wird zu Grieß verarbeitet. Die noch nicht ganz reifen Körner sind als Grünkern bekannt. Ebenfalls aus der Dinkelreihe ging ein Nacktweizen hervor, Triticum aestivum, der heute die Anbauflächen der Erde beherrscht. Er war schon in der Bronzezeit bekannt und wird um das Jahr 500 v. Chr. in Babylon bezeugt. Aus dieser Kulturform, allgemein Saatweizen genannt, wurden durch weitere Auslese und Kreuzungen die heutigen guten Ertragsweizen gezüchtet. Zunächst bildeten sich sogenannte Landsorten heraus, die sich zwar nicht durch hervorragende Ernten auszeichneten, aber anspruchslos waren und sich den Gegebenheiten des Bodens und des Klimas besonders gut anpaßten. Aus unserer Gegend ist vor allem der Laufener Landweizen u. Bayernkönig bekannt. Sie waren mit das Ausgangsmaterial für die Auslesezüchtung, die im 19. Jh. ihren Anfang nahm.
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